Samstag, 18. April 2009

nasse ankunft


gestern hatte es hier den ganzen tag geregnet; das hatte ich online im regenradar gesehen und das sehen wir jetzt bei unserer ankunft: alles ist tropfnass. das ist gut, regen war dringend nötig. aber für uns macht es die dinge nicht einfacher, weil es heute zu naß ist, um "rasen" zu mähen und morgen sonntag ist. also müssen wir das mähen auf montag, unseren abfahrtstag verschieben.

abgesehen davon gibt es aber nur reine gartenfreude: die stauden sind ordentlich gewachsen (na gut, ein geranium ist offenbar tot, hinter seinem kleinen pflanzschild kommt nichts, aber auch gar nichts aus der erde), und auch die gehölze, die vor vierzehn tagen noch keine triebe zeigten, sind am leben: kolkwitzie, callicarpa und auch hydrangea arborescens 'annabelle'. die callicarpa (schönfrucht) ist allerdings komplett zurückgefroren, ihr sowieso nach dem pflanzschnitt nur ungefähr 30 zentimeter hohes gerüst ist ganz tot, sie treibt aber direkt aus der wurzel aus - hurra!

bluthasel und schneeball haben schon richtige blätter, die alte pflaume auf der terrasse, die wildaufgewachsene pflaume am zaun und die kirsche stehen in vollblüte, die apfelbäume haben dicke blütenknospen. die schönsten knospen aber hat unser kleiner, im letzten oktober gepflanzter zierapfel, malus evereste!

Dienstag, 14. April 2009

jungpflanzenquartier: balkon

letzten samstag habe ich bei foerster-stauden sechs pflänzchen käuflich erworben und im fahrrad nach hause gefahren. heute kamen sie in die erde. nein, ich bin nicht im garten, ich bin zuhause. und die pflanzen haben sommerasyl in meinen balkonkästen gefunden.

im letzten jahr habe ich nämlich gelernt, daß pflanzen es irgendwie nicht mögen, wenn man sie im frühjahr pflanzt, einmal angießt, wegfährt und dann eine längere trockenheitsperiode folgt, ähem...

also benutze ich heuer meine balkonkästen als jungpflanzenquartier, im herbst kommen dann alle harten in den garten. ich habe vier artemisia schmidtiana nana (zwergsilberraute), ein sesleria heufleriana (grünes kopfgras) und einen salvia lavandulifolia 'alba' (lavendelblättrigen salbei, weißblühend) gekauft. den winter im kasten überlebt hat auch noch ein anderer ziersalbei, ich glaube, es war salvia nemerosa 'irgendwas' - tapfer, tapfer!

und die stecklinge meiner lonicera nitida, die ich letztens im garten geschnitten haben, sollen jetzt auch erst einmal im balkonkasten bewurzeln.

Sonntag, 5. April 2009

kein gelb! oder doch?

ich glaube, ich muß das noch einmal erklären. ich möchte kein gelb im garten. und auch kein orange und kein rot. das hat nichts mit einer generellen abneigung gegen diese farben zu tun, sondern mit der farbe unseres gartenhauses. dieser verwaschene, gräuliche lavendelton verträgt sich unserer meinung nach einfach nicht mit gelb, orange und rot.

aber es gibt ausnahmen von dieser puristen-regel, es gibt pflanzen, die bleiben dürfen, weil sie schon vor uns im garten waren und besonders im frühling noch nicht so stören, wo auch wir uns über jeden farbtupfer freuen. über fast jeden, na gut.

die forsythie zum beispiel; ich würde mir niemals ein forsythie in den garten pflanzen. aber sie ist noch von meiner oma und genießt darum bestandsschutz. ebenso wenig stören mich die osterglocken oder die tulpen wirklich. ich schneide sie einfach ab und nehme sie für die vase mit nach hause oder stelle sie meiner oma auf das grab.

lysimachia nummularia stört mich auch nicht. es ist so klein und unauffällig, blüht nur kurz und zieht dann schnell ein. wo es mich bzw. andere pflanzen doch stört, rupfe ich es aber raus. lysimachia punctata dagegen, der goldfelberich, wird nicht geduldet. er hat ein wirkliches häßliches gelb, wie ich finde, er blüht ziemlich lange und wuchert.

den roten mohn am apfelbaum kann ich auch tolerieren, ich halte ihn kurz, er blüht nur kurz, ich mag die samenstände gern. vermehren darf er sich nicht. die rose 'albrecht dürer', die wir im letzten sommer zur einweihung geschenkt bekamen, treibt fleißig aus und bekommt ihre chance, obwohl sie orange-rosa-geflammt blüht. sie kam von leuten aus der gleichnamigen straße in unserer gartenstadt, und ich habe sie an den zaun zur nachbarin gepflanzt, die sie ganz aufmerksam mitgegossen hat. die durchsicht zum nachbarsgarten gibt sowieso den blick auf viele bunte rosen frei - da ertrage ich auch den seltsamen herrn dürer vor dieser kulisse.

übrigens stören mich im herbst die gelben und orangefarbenen blätter von gehölzen und stauden überhaupt nicht. im herbst wirken alle farben vergoldet und etwas müde, auch unsere hausfarbe. und dann paßt alles wunderbar zusammen...

guck mal, wie es wächst!


meine mutter, mit der ich dieses wochenende in unserer gartenstadt verbringe - sie in der stadt mit ihren alten studienkollegen, ich im garten - meint, sie könne dem garten beim wachsen und grüner werden zusehen. es ist auch traumhaftes wetter, wir haben hier die ersten, richtig warmen frühlingstage!

auf dem foto sieht man das obere ende des rechten, wegbegleitenden beetes. diese ecke habe ich bei unserer großen umbuddel-aktion im november unberührt gelassen, weil ich die beiden pfingstrosen dort nicht herausnehmen und damit stören wollte. also wächst jetzt dort alles ineinander: die päonien, tulpen, traubenhyazinthen, akelai, kaukasus-vergißmeinicht, am fuße des apfelbaumes ein mohn, die in die wiese geflüchteten osterglocken, aber auch erste triebe von goldfelberich (lysimachia punctata). dem werde ich aber beim nächsten mal den garaus machen; er hat sich wohl von der nachbarin her eingeschlichen und ist noch nicht über die gartenregel informiert worden: kein gelb! schon gar nicht so ein felberich-gelb - örgs. außerdem vermehrt sich das zeug wie der teufel und hat das potential, große flächen zu übernehmen...

apropos vermehrung: ich wundere und wundere mich über die gefühlten zwanzigtausend tulpen, die überall, wirklich überall aus der erde sprießen. ich habe in diesem garten noch nicht eine einzige tulpenzwiebel gesetzt, das sind alles erbschaften. im vergleich zum letzten jahr sind es dieses jahr aber noch viel mehr. und die meisten davon werden wohl wieder in kreisch-gelb und kreisch-rot blühen, gern auch kreisch-orange - himmel hilf! wieso vermehrt sich das zeug so hemmungslos?

Samstag, 4. April 2009

neuer komposter und neue blumen


da ist er, der neue komposter! und er muß heute auch schon so einiges aufnehmen, weil ich zeit habe, mich durch die rabatten zu jäten. dabei erweist sich mal wieder, daß an den stellen, die gut gemulcht sind, das unkraut viel leichter herauszuziehen ist, weil es sich durch die mulchdecke "strecken" muß...

vor dem sichtschutz habe ich auf eine etwa ein meter lange und zwanzig zentimeter breite fläche noch etwas von unserer guten, gesiebten komposterde verteilt und dort dann kapuzinerkresse ausgesät. eine nette frau aus meinem gartenforum hatte mir zehn samen von rosablühender (!) kresse geschickt, weil ich ja kein orange und gelb im garten haben möchte. nun hoffe ich, daß es ab und an mal regnet, die saat keimt, und die pflanzen den sichtschutz beranken. zusätzlich habe ich dort noch nigella-samen ausgebracht. ich liebe diese pflanze, und letztes jahr hatte ich schon erfolg damit, auch, wenn es sehr lange mit der keimung gedauert hatte, weil es direkt nach der saat eine sechswöchige trockenheitsphase gab.

ich hatte damals schon nicht mehr damit gerechnet, daß noch irgendetwas davon kommt, aber dann ging doch noch etwas auf und kam auch zur blüte. und von den samenständen hat meine floristenfreundin ein wunderschönes foto gemacht, das jetzt in meiner küche zuhause hängt.

vorsicht, die frau ist bewaffnet!

eigentlich wollte ich ja nur schnell einen neuen, günstigen komposter kaufen. aber dann bin ich ganz zufällig auf ein gartenspielzeug gestoßen, das ich mir wünsche, bisher aber nicht geschenkt bekommen habe. ich schwöre, es war wirklich zufällig, ich habe nicht danach gesucht!

jedenfalls war das ding gar nicht teuer, sah auch sehr einfach und selbsterklärend aus und mußte mit. wieder zurück im garten habe ich sofort eine knappe stunde mit meinem neuen spielzeug verbracht und - unkraut verbrannt!

mit meinem kleinen und sehr gut und mühelos in der hand liegenden flammenwerfer bin ich über meine terrasse und die wege geschritten und habe fiesem fugenunkraut den feuertod gebracht - ha! nimm das!

jaja, mir ist schon klar, daß damit das unkraut nicht für alle zeiten vernichtet wird. das wird es aber durch auf-den-knien-über-die-steine robben auch nicht, weil ich z.b. die langen wurzeln vom löwenzahn überhaupt nicht aus den fugen gezerrt bekomme. außerdem kann man damit auch den grill anzünden und einbrecher vertreiben. und es faucht so schön.

Samstag, 21. März 2009

auflösung und neubeginn


heute ist es nun endlich soweit: die letzte ecke unseres gartens, die wir noch nicht angefaßt haben, ist der alte kompost, der wahrscheinlich noch von meiner oma stammt. und der wird heute aufgelöst! wir haben auch ein in würde gealtertes großes kompostsieb und ein niegelnagelneues schlepptuch (das heißt so!), das wir unter das sieb legen können. und siehe da: es kommt erstaunlich viel und gute komposterde aus diesen beiden nie wirklich gut aufgesetzten und gepflegten kammern. naja, was man so kammern nennt: wie man sieht, ist das ganze ding aus holzpaletten und einzelnen brettern irgendwie zusammengebaut worden.

ein großer eimer für restmüll wird allerdings auch voll. besonders ärgerlich ist es, daß irgendwann einmal jemand einen großen rest türkisgrüne farbe einfach in den kompost gegossen hat. das wird nun alles mühsam mit der hand herausgefummelt. ebenso eigenartig: mitten im gewühl taucht ein großer klumpen gips auf, der allerdings, sobald man ihn anfaßt, in kleinere klümpchen zerfällt. und in diesem gips finden sich ganz viele große schneckenhäuser, die zum teil mit gips gefüllt sind. ein richtiger schneckenfriedhof ist das hier!

das wetter ist toll, der gartenherr schaufelt und siebt, ich fummele zeug raus. die gesiebte erde brauchen wir hauptsächlich, um die "nackten" flecken auf unseren wiesenflächen zu bedecken und das von baggern und erdarbeiten sehr wellige bodenprofil etwas einzuebnen. auf diese flecken hatten wir im letzten jahr bienenfreund (phacelia) gesät, immer schön drumherumgemäht, während des winters einfach umfallen lassen und jetzt ganz leicht herausgerecht. der boden, der vorher dort sehr verdichtet war, ist jetzt gut gelockert; darauf jetzt komposterde und dann mit sand vermischte rasensaat - das muß doch was werden! schubkarre fehlt, also wird alles in eimern an ort und stelle getragen - sooo groß ist der garten ja nun auch nicht...

das, was an grobem zeug aus dem kompost kommt, wandert auf die große kompostfläche unter der fichte. diese fläche haben wir gleich am anfang angelegt und mit einer kleinen benjes-hecke eingefriedet, und dort ging alles rein, was der garten und unser ackern in einer saison so produziert hat, inklusive jeder menge von hand kleingeschnittenem totholz.

die paletten stapeln wir ordentlich an der hinteren grundstücksgrenze, dort kann das alte holz etwas abtrocknen, bevor es uns während der sommersaison in kleinen stücken als gartenfeuer wärmen wird. uns ist nämlich aufgefallen, daß man unseren grill ohne grillrost auch sehr gut als feuerschale verwenden kann.

am ende finden sich noch diverse wegplatten, die in etwa fünf zentimetern tiefe im boden vor dem kompost stecken - die hat sich da wohl mal jemand als trittplatten hingelegt. außerdem finden wir - nein, leider nicht das bernsteinzimmer! - als rückwand eines komposters etwas, das wie die alte gartenpforte aussieht und sich sehr gut erhalten hat, weil es an zwei in die erde gerammten eisernen zaunstützen aufgehängt ist und keinen bodenkontakt hatte. das darf bleiben, den neuen komposter, den wir erst noch kaufen müssen, stellen wir dann einfach davor.

mit dem auflösen dieser dreckecke ist es nun auch möglich, an die wild aufgewachsenen holunder zwischen pflaume und thujawand heranzukommen. einer, der schon brav in richtung kompost wächst, darf bleiben, wird aber in form geschnitten. die anderen kommen raus und bringen noch ein paar schöne lange ruten für die sichtschutzkonstruktion.

und so sieht es jetzt aus (foto vom 22.3.09). ein kleines bißchen gartenabfall liegt schon wieder da. ach, was für eine wohltat! wir sind einmal rum, jedes stückchen dieses gartens hat jetzt die hand der gärtner gesehen; und weil das ein feierlicher und erhebender moment ist, bekommt der neue kompost als taufe den rest abgestandenen sekt von freitag, der aus unerklärlichen gründen in der flasche geblieben ist. ich nenne das einen regenwurm-incentive. demnächst gibt es auch noch kaffeesatz und katzenfell - das wird ein fressen!