Dienstag, 30. April 2013

premium content

nach soviel gartenarbeit gestern nachmittag und heute auch schon wieder bis in den nachmittag hinein könnte man ja aufhören. der körper möchte jedenfalls dringend aufhören! aber uns ist nunmal ein freier wille gegeben, und dieser freie wille sagt: kompost sieben! hurra! das verstehen nur gärtnernde menschen, schon in ordnung. vorher noch kaffee und keks, und dann auf ihn ohne gebrüll. merke: fluchen verbraucht energie, die ganz dringend an der schippe benötigt wird!

mit jedem jahr des kompostierens lernen wir dazu. diesjährige lektion: der kompost hat wohl zuviel wasser bekommen - von uns oder der natur oder beides. egal. jedenfalls ist das, was eindeutig kompostiert ist, so naß und zusammengepappt, daß wir das zeug nur unter größter anstrengung überhaupt durch das sieb bekommen. was beim sieben herauskommt, ist natürlich premium content: trilliarden würmer können nicht irren! um halb acht uhr abends haben wir zwei von drei kompostern durchgesiebt und sind fertigfertig, ein leichter regen setzt ein und wir uns ins gartenhaus auf unsere harten stühle. schmerzmittel: das gute ehringsdorfer.

unkraut weg, moos bleibt

so soll das aussehen: wiesenflächen gemäht, wege und terrasse mit dem fadentrimmer vom unkraut weitgehend befreit (dabei in seitlichen ritzen wachsende glockenblumen verschont!), beete gejätet.

auf der fläche unterhalb unserer betonbank sieht man aber die schönheitsflecken: dort, wo ich im letzten herbst kompost und rasensamen ausgebracht habe, ist es noch nicht wieder ganz so dicht.

und neue flecken gibt es auch: ich hatte nämlich die - bekloppte! - idee, den rechen zur hand zu nehmen und den massivsten moosvorkommen zu leibe zu rücken. ja, schön, isklar. das ist ja die leichteste gartenarbeit überhaupt! und der effekt ist auch so toll: übrig bleibt dort nur fieser klee.

an sieben oder acht solcher stellen habe ich mich ausgetobt und dann aufgegeben. jaja, ich weiß, sowas macht heute ein motorbetriebener vertikutierer. hätte ich mir sogar leihen können, hatte der vorbesitzer, vulgo: papa, angeboten. aber ich kann das auch lassen. auf die kahlen stellen kommt wieder rasensaat und eine große portion mitgeschöpflichkeit gegenüber moos. ende und aus.

ps: die amseln wenigstens profitieren! sie holen sich das fluffige moos vom kompost und polstern damit ihr nest in der ligusterhecke. gern geschehen.

mehr muscari, weniger unkraut

alle beete sind voll blühender traubenhyazinthen. aber auch teile der wiesenfläche; also bin ich gestern losgelaufen und rupfte mehr als ich pflückte die kleinen blumen zusammen, bevor der rasenmäher sie erwischte.

muscari gab es schon immer hier im garten, aber in diesem jahr haben sie es geschafft, die wegbegleitenden beete komplett zu erobern. als ich vor einigen jahren diese beete erneuert habe (nur die alten pfingstrosen blieben unangetastet), sind viele von ihnen dieser aktion zum opfer gefallen. bei so groben arbeiten hatten wir keine zeit und lust, jedes einzelne mini-zwiebelchen wieder in den boden zu stecken.

es blieben aber genug übrig; und da ich ihre samenstände meist nicht entferne (da hab ich mit wirklichem unkraut schon genug zu tun!), vermehrten sie sich wie - na, eben wie muscari. und wie sehr ich dieses tiefe blaulila liebe!

willkommener nebeneffekt: es ist kaum offener boden um die stauden herum übrig, und das hält das unkraut kurz.

Montag, 29. April 2013

blaue stunde

ankunft im frühling

mach fotos! sagt der gartenherr: bevor wir alles niedermähen!

Montag, 15. April 2013

der unterrock von oma katharina

es war zeit für ein neues "unterrock-bild". dieses mal habe ich zwei bögen buchbinderpapier verarbeitet, weil ich diesen sockeleffekt erreichen wollte. den übergang habe ich mit deko-tape markiert, den alten unterrock meiner oma katharina mit einem schmalen band an der taille gerafft, mit einem schildchen mit ihrem initial versehen und das ganze dann in den bilderrahmen gepreßt.

dabei spielt dann auch immer der zufall eine rolle, in welche form das alles durch den andruck gebracht wird. dieses mal habe ich es beim ersten versuch belassen - es sah gut genug aus.

ein sommertag im april

am letzten wochenende lag hier noch schnee, wie unsere gartennachbarn berichten. heute erreichen wir über 25 grad - ein sommertag. ein tag, um die hängematten zu lüften!

in dem beet vor der thujawand sind meine totgeglaubten eisenhüte wieder aufgetaucht: die waren im letzten jahr von blattläusen komplett abgefressen worden. ich war mir nicht sicher, ob sie überlebt haben, und eine gartenfreundin aus der großen stadt hatte mir schon eine nachlieferung von eisenhüten aus ihrem garten zugesagt. nicht nötig, zum glück. alle vier pflanzen zeigen kräftigen austrieb! das gift ist eben nicht so leicht totzukriegen...

Sonntag, 14. April 2013

staudenstützen, die nicht stören

das sind die staudenstützkonstruktionen für zwei der größten und ältesten pfingstrosen am fuße des klarapfelbaums: bambusstäbe und seil aus naturfasern.  das ganze ist kräftig genug, um den wirklich schweren stauden genug halt zu bieten, ist während der vegetationsperiode so gut wie nicht zu sehen und - stört mich auch jetzt nicht.

die naturmaterialien fügen sich gut ins das bild des gartens. und außerdem sehen sie für mich aus wie lustige skulpturen: takelagen von kleinen, archaischen schiffen vielleicht.

jedenfalls sieht man deutlich die rotgefärbten austriebe der pfingstrosen, dazwischen und drumherum die heute abblühenden schneeglöckchen und austriebe von tulpen und traubenhyazinthen. und die osterglocken sind wie erwartet aufgeblüht.

nach dem schnitt

Samstag, 13. April 2013

plattes gras

und so sieht molinia arundinacea 'karl foerster' nach einem langen winter aus: platt. jetzt nicht schneiden, sondern einfach mit den behandschuhten händen die langen stengel nahe der basis mit den händen bündeln und ziehen. da löst sich, was sich lösen will. die schonendste methode meiner erfahrung nach. bißchen nachfassen und noch mehr von dem, was freiwillig kommt, abziehen. mit dem rest von trockenem zeug kommt die pflanze klar: jetzt ist alles kurz genug, um den neuen trieben licht zu geben. mehr muß man nicht machen!

vor dem schnitt


Freitag, 12. April 2013

ankunft nach langem winter

wir kommen früher los als erwartet. ich rufe den bautischlerfreund während der fahrt an: brauchst nicht zu heizen, wir kommen früher! er so: äh, kommen darf ich aber trotzdem? ich: klar, aber bier kaufen wir schon selbst!

als wir am nachmittag im garten ankommen, sind es draußen 14, im haus 11 grad, also reißen wir alle fenster und türen auf. was mich wundert: die niedrigste temperatur, die im haus im laufe des so langen winters herrschte, war minus drei grad. ich hatte erwartet, daß das haus kälter gefallen wäre, bei all den zweistelligen minustemperaturen, die ja auch immer ein paar tage anhielten. ein dank dem bauleiter, der uns die schilfdämmung empfohlen hat!

während der gartenherr den kaminofen heizt, inspiziere ich den garten. auf den ersten blick ist alles am leben, alle stauden zeigen zu meiner überraschung schon deutliche triebspitzen unter ihren trockenen stengeln und dem laub der letzten vegetationsperiode.

es blüht gemeinsam, was sich normalerweise nicht kennt: schneeglöckchen und primeln. die osterglocken zeigen gelbe spitzen und ich wette, daß wir sie erblühen sehen werden in den nächsten tagen.

aber heute ist noch keine zeit für gartenarbeit! wir fahren einkaufen und füllen die vorräte auf, während unser ofen nach den üblichen startschwierigkeiten (der kalte schornstein!) unser gartenhaus wärmt. und dann kommt der freund, und wir trinken bier und essen zusammen und schwatzen und alles ist wie immer.

und das ist die größte freude: nach vier monaten winterpause, nach all der sehnsucht und all den gedanken an den garten und das gartenhaus ist alles - normal. wie immer. einfach da. alles funktioniert, alles ist gut durch den langen winter gekommen. es liegt noch nicht einmal staub auf den flächen! und wir liegen in unseren betten und der widerschein der flammen im kaminofen ist das letzte, was wir sehen, bevor wir schlafen. wie immer, isjaklar.

Dienstag, 9. April 2013

anruf beim bautischler-freund:

er so: ich habe gehört, ihr kommt endlich.
ich: stimmt! woher -

(achso, er hat den vorbesitzer, vulgo: papa, getroffen. und der hat's ihm erzählt. is' halt 'nen dorf, isjaklar.)

ich: ja, stimmt, freitagabend.
er so: du möchtest, daß ich heize, ja?
ich: ähm, ja, öhm.
er so: warum machen frauen eigentlich immer so viele worte?
ich so (kurz nach einer plausibel scheinenden antwort suchend): weil wir beziehungen herstellen wollen!

bautischler-freund: ok. ich bring' mir 'ne flasche bier mit und heize.
ich so: ja, wenn, naja, dann könntest du auch gleich einen kasten -
er so: verstanden. wir sehen uns! noch was?
ich so: nö.