Mittwoch, 26. August 2015

die quitte bricht

quitten soll man nicht beschneiden. sagt die fachliteratur, sagt der baumschuler, sagte der baumpfleger vor knapp zwei jahren und machte beim baumschnitt einen bogen um die quitte.

ja, nun, aber was machen, wenn die quitte ('vudonia') in diesem jahr zum ersten mal soviele früchte trägt, daß die äste abbrechen?

um präzise zu sein: die äste brechen, aber nicht komplett ab, sondern hängen mit einer verbliebenen verbindung im baum. und der baum versorgt den ast darüber auch - die blätter welken nicht. die quitten auf dem foto sind von dem dritten ast, mit dem das jetzt geschehen ist in diesem spätsommer.

was wir tun: wir schneiden die äste oberhalb der bruchstelle sauber ab. ich sage mir, daß der baum eben seine eigenen entscheidungen trifft, wo es ihm zu schwer ist und was daher abgestoßen werden muß. wir kümmern uns dann um die wundversorgung. mal sehen...

Dienstag, 25. August 2015

tiefgründiges wässern, keine staunässe

dafür, daß es so eine seltsame gartensaison war bzw. noch ist, sieht der garten gut aus, finde ich. offenbar ist es wirklich eine gute strategie, die ja von erfahrenen gärtnern auch so empfohlen wird, nur selten, dafür aber tiefgründig zu wässern, damit die wurzeln sich in tiefe bodenschichten orientieren.

selten ist bei uns gegeben, daß wir ja  bekanntlich nicht täglich hier sein können (unsere wachsamen nachbarn sind das aber!). tiefgründig geht bei uns so: ich drehe den gartenschlauch so mittel auf, daß ein weicher strahl herausläuft. jede staude und jedes gehölz bekommt das schlauchende so lange an den fuß gelegt, wie es ungefähr braucht, um zwei bis drei eimer mit wasser zu füllen.

klingt viel, funktioniert aber offenbar bestens. mit staunässe haben wir es ja nicht zu tun: im boden gibt es zwar lehm in 30 bis 60 zentimetern tiefe, aber die leichte hanglage verhindert, daß sich die feuchtigkeit darüber stauen kann.

sonnenkuchen

es ist zum igelkämmen, aber so etwas bekommt man in unserer wohnstadt nicht hin: das ist ein ganz einfacher zitronen-sandkuchen, der schmeckt. der kuchen ist saftig, und die glasur sorgt dafür, daß er das auch ein paar tage bleibt (warum eigentlich? wird ja sowieso gleich aufgegessen!). der teig hat so schöne, gleichmäßige poren und genau die richtige balance aus stabil und weich. noch dazu ist er nicht teuer.

warum können die das hier und zuhause nicht?

weil es eine kuchen- und wurstgrenze gibt, jedenfalls auf dem gebiet der neuen bundesländer. diese grenze verläuft etwa auf der höhe von leipzig von ost nach west quer durchs land; wobei leipzig noch in den süden und damit zu den guten gehört.

nördlich davon wird der kuchen staubtrocken und schmeckt nur nach zucker, die wurst ist ungewürzt und von einer lieblosigkeit, über die man sich nicht trösten kann. gibt ausnahmen, isklar. sind aber ausnahmen. hier ist so ein kuchen einfacher standard und die regel.

augustblick

Mittwoch, 5. August 2015

und noch ein sommerabend

und weil es gestern so schön war und heute abend sogar noch wärmer als gestern ist, grillen wir wieder und lassen dafür die küche kalt.

und heute gibt es dazu auch noch über den tag aufgeladene solar-lampions und eine lichterkette am rand der terrasse - es wird ein langer abend.

duschen mit geschichte

zeit, die gartendusche aufzubauen: in diesem jahr wollte ich gern eine etwas größere duschkabine, und so kamen als sichtschutz nicht nur zwei alte vorhangtücher, sondern auch ein historisches foto zum einsatz. das foto stammt aus der zeit des ersten weltkrieges - mehr über das motiv und den mann ist leider nicht bekannt. das foto ist auf gewebe gedruckt; und es wurde im letzten jahr dazu benutzt, in einer museumsausstellung ein fenster abzudunkeln.
die holzpaletten, die wir sonst als rasenschutz unter unsere feuerschale legen, geben eine angenehme standfläche beim duschen.

ruhen im risiko

es ist nicht ungefährlich, unter den klarapfelbäumen in der hängematte und auf der liege entspannen zu wollen: die bäume sind immer noch voller überreifer äpfel, und in den kronen summen die wespen und sitzen zu vielen an jedem apfel, der krachend nach unten gefallen ist. und wie jedes jahr kosten wir sie natürlich - und auch in diesem jahr schmecken sie wieder nicht.

sie sind in diesem reifezustand schon am baum mehlig, haben kaum aroma und dazu noch eine sehr zähe schale. so wandert also alles, was meisen, wespen und ameisen nicht aufessen können, auf den kompost.

hornissenspeisung

wir finden (wie viele andere menschen auch), daß es in diesem jahr mehr wespen gibt als sonst.

und daran ändert auch diese hornisse nichts, die sich, in der kolkwitzie sitzend, gerade eine wespe schmecken läßt.

ich bitte um verständnis, daß ich mich nicht noch mehr nähern wollte mit dem fotoapparat; insofern muß man mir jetzt glauben, daß die hornisse der wespe gerade den kopf abgebissen hat und diesen gerade verspeist.

und ja, das ist durchaus mit einem hörbaren geräusch verbunden und etwas gruselig mit anzusehen. ich habe nämlich nichts gegen wespen und versuche, sie zu ertragen und nicht grundlos umzubringen. aber noch mehr als wespen mag ich hornissen!

leider gibt es bei uns im garten immer nur einzelne von ihnen; ihr nest muß sich wohl im gebiet, aber eben nicht direkt bei uns befinden. und immer höre ich sie erst, bevor ich sie sehe: es ist doch erstaunlich, daß ein so großes und schwer aussehendes insekt überhaupt fliegen kann. und welches geräusch es dabei macht!

ich verstehe, daß menschen, die auf insektenstiche allergisch reagieren, jetzt gänsehaut haben und sich angewidert abwenden. aber ich habe eher eine zuneigung für krabbel- und fliegetiere, wobei ich die achtbeinigen (arachnoiden, also spinnen) den sechsbeinigen (insekten) doch noch vorziehe...

Dienstag, 4. August 2015

ein sommerabend

nicht lange nach unserer ankunft gibt es einen kräftigen regenschauer; aber der gartenherr hat es immerhin noch geschafft, wie wiesenfläche unterhalb der terrasse zu mähen.

innerhalb von einer halben stunde kühlt es von 37 auf 27 grad ab.

und so können wir wie geplant den rost anheizen - in diesem jahr haben wir das bisher noch kaum geschafft. es wird ein angenehmer abend; warm, aber nicht mehr drückend.